Prozesskostenmanagement Fallstudie 3

Prozesskostenkalkulation

Eine Brauerei, die zwei verschiedene Biersorten (Classic und Premium) herstellt, will ihre Kostenkalkulation, die bisher auf der Basis der Zuschlagskalkulation erfolgte, durch eine Prozesskostenkalkulation überprüfen. Folgende Daten für eine Periode sind gegeben:

    1. Vom Classic Bier werden bei Materialeinzelkosten von 50.000 Euro und Fertigungseinzelkosten von 20.000 Euro genau 200.000 Liter hergestellt.
    2. Vom Premium Bier werden bei Materialeinzelkosten von 5.000 Euro und Fertigungseinzelkosten von 10.000 Euro nur 20.000 Liter hergestellt.

Darüber hinaus liegen folgende Kosteninformationen vor:

    1. Materialgemeinkosten gesamt: 22.000 Euro
    2. Fertigungsgemeinkosten gesamt: 60.000 Euro
    3. Vertriebsgemeinkosten gesamt: 5.000 Euro

Die hergestellte und die abgesetzte Menge sind in der Periode gleich, d.h. es gibt keine Lagerbestandsveränderungen. Eine Untersuchung der Prozesse, die die Gemeinkosten hervorrufen, ergab folgende Ergebnisse:

Die Materialgemeinkosten entstehen für den Prozess “Einlagerung“. Die Zahl der Einlagerungen betrug:

    1. Classic Bier: 200 Einlagerungsvorgänge
    2. Premium Bier: 100 Einlagerungsvorgänge

Die Fertigungsgemeinkosten entstehen für den Prozess „Umstellung und Reinigung der Maschinen auf/für Classic/Premium Bier“. Die Zahl der Umstellungen/Reinigungen betrug:

    1. Classic Bier: 100 Umstellungen/Reinigungen
    2. Premium Bier: 100 Umstellungen/Reinigungen

Die Vertriebsgemeinkosten sind durch den Prozess „Kommissionierung je Händler“ verursacht. Die Zahl der kommissionierten Partien betrug:

    1. Classic Bier: 400 Kommissionierungen
    2. Premium Bier: 150 Kommissionierungen
    1. Welche Selbstkosten ergeben sich für die beiden Produkte je Liter Bier nach der herkömmlichen Zuschlagskalkulation?
    2. Welche Selbstkosten ergeben sich für beide Produkte je Liter Bier nach der Prozesskalkulation?
    3. Erklären Sie die unterschiedlichen Selbstkosten nach den beiden Kalkulationsverfahren!